Digitalisierung gestalten

Soziale Medien nutzen

Über das Internet können gemeinnützige Organisationen Netzwerke aus Unterstützern aufbauen, Menschen zu Multiplikatoren und Fundraisern ihrer Organisation machen, Freiwillige für die Mitarbeit gewinnen, mit ihren Stakeholdern ins Gespräch kommen und Bürger an der Planung, Ausgestaltung und Umsetzung der Leistungen einer Organisation beteiligen.  Durch die Präsenz in den sozialen Medien können Nonprofits ihr Profil schärfen und mehr Transparenz bezüglich der eigenen Ziele schaffen. Hier finden Sie mehr Infos zu den digitalen Werkzeugen.

Die digitale Infrastruktur beeinflussen

Gleichzeitig sollten gemeinnützige Organisationen nicht nur als „Nutzer“ im Internet unterwegs sein („Wir sind jetzt auch auf Facebook“), sondern das Internet aktiv mitgestalten. Denn die großen Plattformen sind derzeit alle in privatwirtschaftlicher Hand. Sie produzieren durch ihre Algorithmen Filterblasen, entmachten ihre Nutzer, ernten deren Daten, zentralisieren und monopolisieren das Internet und vermeiden das Zahlen von Steuern. Wir leben in einer „platform society“ (van Dijck) und gemeinnützige Organisationen sollten sich für die Demokratisierung dieser Plattform einsetzen. Dies ist kein „Randthema“ für technische Spezialisten, sondern ein ganz zentrales auch für gemeinnützige Organisationen und hier speziell für die großen Wohlfahrtsverbände.

In einer Gesellschaft, die immer digitaler wird, bestimmen Daten und Algorithmen auch die Arbeitsgrundlage von Nonprofit-Organisationen und die Lebenswelt ihrer Klienten. Umso mehr ist es wichtig, dass gemeinnützige Organisationen die digitale Infrastruktur mit beeinflussen, sich für die Demokratisierung von Plattformen einsetzen und die gemeinwohlorientierte Nutzung von Daten und Algorithmen vorantreiben. Siehe hierzu auch die Aktivitäten und Texte der Stiftung Neue Verantwortung.

Derzeit hinkt der gemeinnützige Sektor erheblich hinter Markt und Staat hinterher, wenn es darum geht, bei der Ausgestaltung des digitalen Raumes mitzusprechen. Die Zivilgesellschaft sollte Handlungsspielräume hier offensiv nutzen. Ein bürgerfreundliches Internet braucht mächtige und handlungsstarke gemeinnützige Organisationen.

Demokratische Web-Tools fördern

Genossenschaftlich verfasste Plattformen, bei denen die Webseite / die App den Mitarbeitern und Nutzern gehört, sind auf dem Vormarsch. Es gibt eine Bewegung, die in genossenschaftlich verfassten Plattformen, die sich untereinander vernetzen, die Zukunft des Internets sieht („platform cooperativism“).

Auch kleine selbstgemachte und kabellose „DIY-Netzwerke“ abseits des Internets bzw. „off-the-cloud“ bieten auf lokaler Ebene die Chance, jenseits der kommerziellen Plattformen zu interagieren, auf der Basis von Tools, die in einem gemeinsamen Lernprozess zusammen erstellt wurden. Durch die Verbindung dieser „off-the-cloud“ Netzwerke untereinander entstehen alternative Netze. Panayotis Antoniadis von nethood.org zeigt die Potenziale von DIY-Netzwerken in einem  Aufsatz , in:  First Monday vom 05.12.2016, auf – das ganze Heft befasst sich mit dem Thema „Re-Dezentralisierung des Internets“. Auch „vermaschte Netzwerke“ mit vielen untereinander vernetzten Knoten, wie sie freifunk.net lokal aufbaut, sind hier ein Thema, wobei es sowohl bei DIY-Netzwerken als Einzelprojekte als auch bei mesh networks offene Sicherheitsfragen gibt, auf die Haralanova/Light (2016) in einem Aufsatz für das Journal of Peer Production hinweisen.